Kolloidale Partikel in wässeriger Suspension wechselwirken über eine langreichweitige, abgeschirmte, elektrostatische Abstoßung. Bei einer Erhöhung von Reichweite und Stärke der abstoßenden Kraft bilden sich flüssige, kristalline oder glasartige Zustände, welche in Analogie zu atomaren Substanzen als kolloidale Flüssigkeiten, Kristalle und Gläser bezeichnet werden. Ungeachtet der strukturellen Äquivalenz bestehen signifikante Unterschiede. Die Gitterkonstanten liegen in der Größenordnung der Wellenlänge des sichtbaren Lichtes, wohingegen die Partikeldurchmesser von einigen wenigen Nanometern bis zu Mikrometern reichen. Wegen dieser spezifischen Längenskalen und der vergleichsweise langsamen Diffusionsdynamik sind kolloidale Suspensionen leicht über Lichtstreuung oder die Mikroskopie zugänglich.