Immersionsmedium für Objektive

Objektive weisen eine Kennzeichnung auf, welches Immersionsmedium verwendet werden sollte.

OIL

DIN/ISO Standard Immersionsöl

IMM

entweder Wasser, Glyzerin oder Öl

W

Wasser

GLYCGlyzerin

Alle optisch relevanten Elemente (Glas, Flüssigkeiten) vor der Frontlinse des Objektivs haben einen erheblichen Einfluss auf die Bildqualität.

Immersionsmedien zwischen Frontlinse und Deckglas erfüllen mehrere Funktionen:

Öl

Immersionsöl wird eingesetzt, um die numerische Apertur und damit das Auflösungsvermögen zu erhöhen. Der Brechungsindex von Immersionsöl Typ N beträgt 1,512 und nähert sich damit Glas (n=1,518) weitgehend an. Ölobjektive erreichen numerische Aperturen von >1,45 und ermöglichen damit ein höheres Auflösungsvermögen gegenüber Trockenobjektiven (Luft: n=1).

Je höher die numerische Apertur des Objektivs und je tiefer die abzubildenden Strukturen innerhalb der Probe, desto wichtiger wird ein Abgleich der Brechungsindices von Probe und Immersionsmedium. Unterschiedliche Brechungsindices führen zu sphärischen Aberrationen  und geometrischen Verzerrungen der Strukturen. Dies resultiert in einem Verlust von Kontrast und Schärfe, sowie in gestaucht oder verlängert wirkenden Strukturen.

Wasser

Wasserobjektive bieten optimale Bedingungen für die Beobachtung von lebenden Zellen in wässrigen Medien. Eine von Leica Microsystems entwickelte Wasserkappe verhindert das Verdunsten des Wassers und sorgt so dafür, dass die Wasserimmersion über lange Zeit aufrechterhalten wird.

Glyzerin

Glyzerinobjektive eignen sich hervorragend für in Glyzerin eingebettete Gewebeschnitte.

 

Einige Brechungsindices wichtiger Immersionsmedien

Kultivierte Zellen

1,33 - 1,38

Typ F Öl

1,52

Glyzerin

1,45 (21°C) - 1,46 (37°C)

(Leica Glyzerin Immersionsmedium)

Silikonöl

1,41

Wasser   

1,33

                       

PBS

1,34

Mowiol

1,46

Deckglas

1,518