Wie wir das Mikroskop für die Augenheilkunde auf die nächste Stufe gebracht haben

Interview mit Oscar Portilla, Produktmanager bei Leica Microsystems

Zur Unterstützung von chirurgischen Entscheidungen und zur Sicherstellung der bestmöglichen Ergebnisse für den Patienten brauchen Augenchirurgen so viele visuelle Informationen wie möglich. Angesichts der permanenten technologischen Weiterentwicklung und oftmals knapper Budgets möchten Chirurgen und Krankenhäuser sicherstellen, dass eine Investition in ein neues Mikroskop für die Augenheilkunde eine exzellente Visualisierung und flexible Optionen für die digitale Bildgebung garantiert, nicht nur heute, sondern auch auf lange Sicht. In diesem Interview erläutert Oscar Portilla, Produktmanager bei Leica Microsystems, wie das Produktentwicklungsteam diese Anforderungen bei der Entwicklung des Mikroskops Proveo 8 für die Augenheilkunde berücksichtigt hat.

Welches Ziel hatten Sie bei der Entwicklung des Mikroskops Proveo 8 für die Augenheilkunde?

Oscar Portilla: In der medizinischen Abteilung möchten wir Chirurgen dabei unterstützen, die besten Ergebnisse für ihre Patienten zu erzielen, indem wir ihnen die klare Visualisierung bieten, die sie bei einer Operation benötigen. Das erfordert natürlich eine qualitativ hochwertige Optik und Beleuchtung. Heute spielen aber auch digitale Bildgebungstechnologien eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Augenheilkunde. Also haben wir das Mikroskop für die Augenheilkunde auf die nächste Stufe gebracht. Wir haben nicht nur sichergestellt, dass es eine exzellente optische Leistung bietet. Wir haben es auch in eine Bildgebungsplattform für die Augenheilkunde umgewandelt, die die einfache Integration von digitalen Technologien ermöglicht. Darüber hinaus wollten wir eine Lösung präsentieren, die Chirurgen und Krankenhäusern maximale Flexibilität im Hinblick auf ihre Investition bietet. Deshalb war es uns wichtig, dass die Augenheilkunde-Plattform Proveo sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterabschnittschirurgie verwendet und in Zukunft jederzeit problemlos erweitert werden kann.

Wie haben Sie die optische Leistung des Mikroskops Proveo 8 verbessert?

Oscar Portilla: Wir haben beim Proveo 8 zwei optische Neuerungen eingeführt, mit denen die Leistung bei der Vorder- und Hinterabschnittchirurgie verbessert wird: FusionOptics-Technologie und CoAx4-Beleuchtung. Bisher war eine Erhöhung der Schärfentiefe nur möglich, indem im gleichen Zuge die Auflösung reduziert wurde. Leica hat die FusionOptics-Technologie entwickelt, um diesen Nachteil zu beseitigen. Mit dieser Technologie werden unterschiedliche Informationen von beiden stereo-optischen Strahlengängen erfasst: ein Strahlengang liefert die hohe Auflösung und der andere die große Schärfentiefe. Vom kognitiven Zentrum im Hirn des Chirurgen werden diese Informationen dann zusammengeführt, so dass ein kontrastreiches, detailliertes Bild über einen erweiterten Bereich entsteht. Bei der CoAx4-Beleuchtung werden vier einzelne Strahlengänge von zwei LED-Leuchten verwendet, die jeweils senkrecht auf die Netzhaut des Patienten auftreffen. Dadurch entsteht ein heller Rotreflex, der über alle Schritte der Kataraktoperation hinweg konstant bleibt.

Wie haben Sie das Mikroskop zu einer flexiblen, erweiterbaren Bildgebungsplattform gemacht?

Oscar Portilla: Wir haben dem Mikroskop Proveo 8 eine offene Architektur und einen neuen, größeren Turm gegeben. Dadurch haben Chirurgen und Krankenhäuser die Möglichkeit, jederzeit einfach und problemlos digitale Bildgebungs- und Aufzeichnungstechnologien zu integrieren und gleichzeitig ein aufgeräumtes Arbeitsumfeld ohne sichtbare Kabel sicherzustellen. Heute können Systeme zur Positionierung von torischen Linsen sowie Visualisierung und Dokumentation in 2D und 3D ganz einfach eingebunden werden. In naher Zukunft wird auch die intraoperative optische Kohärenztomographie (OCT) als integriertes Modul verfügbar sein.

Wie können Chirurgen und Krankenhäuser ihre Investitionen schützen?

Oscar Portilla: Wir wollen auch neue digitale Technologien entwickeln oder Partnerschaften mit führenden Herstellern gründen, um ihre Lösungen künftig in die Proveo Plattform zu integrieren. Dadurch können Krankenhäuser sicher sein, dass ihre Investitionen langfristig ihre technischen Anforderungen erfüllen werden.

Wie Chirurgen und Krankenhäuser von einem modular nachrüstbaren Mikroskop für die Augenheilkunde profitieren können - Interview mit Dr. Seenu M. Hariprasad, Universität von Chicago