Was zeichnet ein gutes Ausbildungsmikroskop aus?

Vince Vaccarelli, Produktmanager für die Ausbildungsmikroskope von Leica Microsystems, ist seit 29 Jahren im Unternehmen und arbeitet in den USA. In unserem Interview erzählt er, was ein gutes Ausbildungsmikroskop ausmacht, erklärt die Vorteile der aktuellen Produkte und verrät, welches sein Lieblingsprodukt ist und warum.

In welchem Kontext sind die Ausbildungsmikroskope von Leica Microsystems hauptsächlich zu finden?

In etlichen Ländern haben wir weiterführende Schulen mit Leica Ausbildungsmikroskopen ausgestattet. Aber in erster Linie zählen die Hochschulen zu unseren Kunden. Das heißt, die Nutzer sind meist älter als 18 Jahre. Die Mikroskope werden in den Bereichen Lebenswissenschaften, Geowissenschaften, Materiawissenschaften sowie in der Forensik eingesetzt. Die Teilnehmer dieser Kurse wollen erfolgreiche Wissenschaftler auf ihrem Gebiet werden. Wir wissen zum Beispiel, dass das Leica DM500 und das Leica EZ4 in den Einführungskursen der State University of New York in Buffalo eingesetzt werden, sehr gut ankommen und dazu beitragen, dass die Studenten motiviert sind, auch die Fortgeschrittenen-Kurse zu belegen.

Was erwarten Universitätsdozenten von einem Ausbildungsmikroskop?

Nach unseren Beobachtungen von Unterrichtseinheiten und Rückmeldung unserer Kunden gibt es fünf Aspekte, die den Unterricht vereinfachen:

  1. Lehrer möchten das Mikroskop einfach und sicher verstauen. Deshalb müssen Ausbildungsmikroskope klein und handlich sein und nur wenige Kabel benötigen.
  2. Ausbildungsmikroskope müssen robust sein. Sie gehen durch viele Hände und stehen in unterschiedlichsten Umgebungen. Deshalb ist eine stabile Konstruktion unabdingbar für den Einsatz in Schulen und Universitäten.
  3. Die Schüler und Studenten sollen die Mikroskope problemlos bedienen können. Das heißt in der Praxis, dass es keine losen Teile gibt, die verloren gehen können. Die Teile müssen deutlich beschriftet sein, damit die Studenten sie leicht finden, und es sollen nur wenige Handgriffe nötig sein, damit die Studenten ein Bild durch das Mikroskop sehen können.
  4. Ganz wichtig ist natürlich die optische Leistung, einschließlich der Kamera. Wenn die optische Leistung gut ist, bekommt man Bilder mit gutem Kontrast, brillanten Farben und einer adäquate Auflösung. Eine gute Optik ermöglicht es den Studenten, in eine andere Welt zu blicken – aber das ist nur interessant, wenn die Bilder klar und scharf sind.
  5. Schließlich muss auch die Wartung des Mikroskops einfach sein. Das System soll sich einfach säubern und instand halten lassen. Selbstverständlich bietet Leica Microsystems bei Bedarf einen Kundenservice vor Ort.

Was zeichnet die Ausbildungsmikroskope von Leica Microsystems aus?

Die Produktlinie der Ausbildungsmikroskope wurde speziell für den Einsatz im Kursraum entwickelt. Wir haben uns den verfügbaren Stauraum in Kursräumen angeschaut und die Mikroskope entsprechend gestaltet. Wir haben Griffe und Kabelaufroller entwickelt, damit die Mikroskope einfach zu transportieren sind. Verschiedene Labore haben unsere Konstruktion getestet: Sie entspricht allen internationalen Sicherheitsstandards – einschließlich der ISO-Norm für Schimmelresistenz, was in heißen und feuchten Klimaregionen hilfreich ist. Wir haben zudem eine antibakterielle Beschichtung entwickelt, die die Verbreitung von Krankheitserregern reduziert.

Das jüngste Produkt in der Ausbildungsmikroskopie ist eine Wi-Fi-Kamera für Lichtmikroskope sowie ein Stereomikroskop mit eingebauter Wi-Fi-Kamera. Welche Vorteile bieten diese Lösungen für Lehrer?

Unsere neuen Kameras erleichtern es, das Mikroskopbild den Studenten zur Verfügung zu stellen – ohne externe Stromversorgung und Kabel. So können Lehrer ihren Unterricht und ihre Versuche um das Mikroskopbild herum gestalten. Die Studenten können zudem erste Erfahrungen mit professionellen Auswertungen sammeln. Denn das gehört zu ihren Aufgaben als zukünftige Wissenschaftler.

Wie funktioniert das genau?

Die Wi-Fi-Kameras haben ihr eigenes internes Wi-Fi-Netzwerk. Mobile Geräte wie Tablets, Smartphones oder Laptops können sich also über die Leica AirLab App mit der Kamera verbinden. So können Lehrer und Studenten ihre Mikroskopbilder anschauen, aufnehmen und archivieren. Sobald das Bild auf dem mobilen Gerät gespeichert ist, kann man es mit anderen teilen – so wie man es mit privaten Fotos auch tut.

Welche  Rückmeldungen haben die Lehrer bislang gegeben?

Wir haben bislang sehr positives Feedback erhalten. Bei einigen unserer Kunden nutzt der Lehrer die Kamera, die Studenten können ihre Geräte damit verbinden. Andere Kunden nutzen mehrere Kameras, damit die Studenten in Kleingruppen arbeiten können. Alle sehen diese Technologie als gute Methode an, Aufmerksamkeit und Motivation der Studenten zu erhöhen.

Letzte Frage: Welches ist Ihr Lieblingsprodukt von Leica Microsystems – und warum?

Das ist eine schwierige Frage! Das ist, als würden Sie Eltern fragen, welches ihr liebstes Kind ist! Vielleicht drücke ich mich vor der Antwort,  wenn ich sage, dass ich all die Jahre mit Freude und gemeinsam mit einem großartigen Team die Produktlinie der Ausbildungsmikroskope erweitert und neue Technologien in die Klassenräume gebracht habe. Innovationen wie die LED-Beleuchtung, HD und Wi-Fi – oder auch etwas so Simples wie ein integrierter Griff und ein Kabelaufroller – erleichtern das Unterrichten und das Lernen. Ich finde, wir verkaufen nicht einfach nur Mikroskope, sondern wir leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungsbedingungen. Mit unseren Produkten werden die Wissenschaftler der nächsten Generation ausgebildet, die mit ihrer Forschung sicherlich eine ganze Menge für jeden von uns verbessern werden.

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