OM-U, das erste Ultramikrotom von Reichert. OM-U, das erste Ultramikrotom von Reichert.

Wiener Standort von Leica Microsystems feiert 140-jähriges Bestehen

Wien, Österreich. Der Wiener Standort von Leica Microsystems, die Leica Mikrosysteme GmbH, begeht sein 140-jähriges Bestehen. In Wien betreibt das globale Technologieunternehmen seinen Geschäftsbereich der Probenpräparation für die Elektronenmikroskopie (EM). Damit deckt Leica Microsystems als einziger Anbieter den kompletten Prozess im elektronenmikroskopischen Labor zur Untersuchung biologischer und industrieller Proben unter Raum- und Tieftemperatur ab. Die Wurzeln des Wiener Standortes liegen in einer 1876 von Carl Reichert gegründeten Werkstätte für Mikroskope.

Reichert schrieb Mikroskopiegeschichte als es Dr. Karl Reichert, einem der Söhne des Gründers, in Zusammenarbeit mit dem Optotechniker Oskar Heimstädt im Jahr 1911 gelang, das erste Fluoreszenzmikroskop zu bauen. Später machte Reichert in Zusammenarbeit mit dem Chemiker Max Haitinger erhebliche Fortschritte auf diesem Gebiet. Durch Anwendung der Methode von Haitinger konnte der Wissenschaftler Dr. P. Hagemann aus Köln erstmals im Jahre 1938 Bakterien im Fluoreszenzlicht zeigen.

Besondere Aufmerksamkeit galt bei C. Reichert zudem den Ultramikrotomen. Mit diesen Geräten werden so dünne Schnitte von eingebetteten Präparaten hergestellt, dass die Strukturen des Präparates im Elektronenmikroskop beobachtet werden können. Seit Mitte der 50er-Jahre baut Reichert Ultramikrotome nach einer Entwicklung des Biologen Prof. Dr. Hellmuth Sitte. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihm hat dazu beigetragen, dass die Firma auf diesem Sektor heute die führende Stellung in der Welt einnimmt.

Der Wiener Standort geht auf eine kleine, optisch-mechanische Werkstätte in Wien Josefstadt zurück, die Carl Reichert (1851-1922) im Jahre 1876 gegründet hat. Das Unternehmen fertigte Mikroskope, wurde schnell erfolgreich und bezog im Jahr 1900, nach einigen Standortwechseln, das heutige Firmengebäude im 17. Wiener Gemeindebezirk. Auch international gewann der Betrieb immer größere Bedeutung, sodass sich der Name Reichert als Begriff für Mikroskope höchster Qualität weiter festigte. Nach dem Tod des Unternehmensgründers und kaiserlichen Rates Carl Reichert führten seine beiden Söhne das Unternehmen weiter.

Im Jahr 1962 entschied sich die Familie Reichert für eine Zusammenarbeit mit der Firma American Optical Corporation (AOC) in Southbridge, USA. AOC wurde 1968 von Warner Lambert, einem pharmazeutischen Unternehmen aus den USA. übernommen. Als Warner Lambert 1985/86 alle nichtpharmazeutischen Konzerngesellschaften verkaufte, wurde Cambridge Instruments ab 2.5.1986 zum neuen Hauptaktionär. Dieser Eigentümerwechsel war der Beginn einer wirtschaftlich äußerst erfolgreichen Periode, in der das Unternehmen ab Juni 1986 in Reichert-Jung Optische Werke AG umbenannt wurde, um die verstärkte Zusammenarbeit mit Jung anzuzeigen.

1989 erfolgte schließlich die Zusammenführung der Firmen Wild Leitz Holding AG und Cambridge Instruments Company plc zu Leica Microsystems, die wiederum 2005 vom amerikanischen Technologiekonzern Danaher übernommen wurde. Die Übernahme und Integration der Firma Bal-Tec in Leica Microsystems im Jahre 2008 markierte den Einstieg in die Rasterelektronenmikroskopie: Bal-Tec entwickelte, fertigte und vertrieb Geräte zur Probenvorbereitung in der Rasterelektronenmikroskopie. Das Bal-Tec-Portfolio komplettierte die bestehende Produktpalette für die Transmissionenmikroskopie, sodass Leica Microsystems als einziges Unternehmen Geräte für den kompletten Prozess im elektronenmikroskopischen Labor anbietet. Diese Geräte kommen in der Vorbereitung biologischer, medizinischer sowie industrieller Proben, beispielsweise in der Materialkunde, zum Einsatz.

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OM-U, das erste Ultramikrotom von Reichert.

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